Kolumne: Altweibersommer

Der Sommer hat dieses Jahr verregnet begonnen. Lange Zeit sah es danach aus, als hätte wir 2011 wie schon vor zwei Jahren Pech und müssten auf einen richtigen heißen, schwitzenden und südlichen Sommer verzichten. Doch dann kam er. Fast unangemeldet, drückend, über 30°C heiß und zumindest für mich genau zur richtigen Zeit. Wochenlanger Sonnenschein, traumhafte Temperaturen und Badeseen, die fast schon zu warm waren zur aktiven Abkühlung. Und jetzt? Ende September sind die Tage hier bei uns auf der schwäbischen Alb immer noch herrlich Warm. Einziges Manko: Man wird morgens von einer nebligen Dunkelheit geweckt und muß am Abend relativ früh der Dämmerung weichen. Die Tage werden kürzer. Der Alltag hat uns nach dem Sommerurlaub wieder.

Wir haben uns dieses Jahr fest vorgenommen, das ein oder andere schöne Wochenende noch im Wohnwagen zu verbringen. Einen Kurztrip in die Alpen. Ein Herbstwochenende am Ammersee. Den Altweibersommer genießen. Und was ist daraus geworden? Nichts. Einschulung der großen Tochter. Geburtstage. Familienfeiern. Es gab viele Gründe, warum wir es bis jetzt nicht geschafft haben kurze Fortsetzungen unseres Sommerurlaubes zu gestalten. Aber warum ist das so? Warum schafft man es nicht auf zwischen den Urlauben zu entspannen? Sich die vorgenommenen Auszeit zu nehmen? Ist es das gleiche Symptom wie zu Neujahr mit den guten Vorsätzen? Motivation pur als Ergebnis eines langen Entspannungsprozesses?

Ich habe für mich beschlossen, das Entspannung auch bedeutet, den lieben Gott einen guten Mann sein zulassen und eben auch gerade diese Momente zuzulassen, an denn man sich gegen das vorgenommene Entscheidet. Ein Wochenende zuhause mit der Familie, endlich die Wand gestrichen die es schon so lange nötig hatte oder einfach mal einen Gammelsonntag auf der Couch zu verbringen kann auch entspannen. Vorausgesetzt man lässt es zu. Schließlich darf der Blick auf den Wohnwagen vor der Tür nicht dazu führen, sich jedes Wochenende den gleichen Streß mit der Entspannung zu machen wie die unter der Woche mit der Arbeit.

Ein langes Wochenende steht an. Der Montag als Tag der deutschen Einheit ein Bundesweiter Feiertag. Vielleicht treibt es uns ja an diesen Tagen noch einmal weg. Vielleicht auch nicht. Und dann ist es gut so.

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